Bewegung ist nicht nur PrivatsacheAcht Stunden arbeiten und einen großen Teil davon sitzen. Am Schreibtisch, in Meetings, im Auto oder im
Homeoffice. Dass Bewegungsmangel auf Dauer Rücken, Nacken, Kreislauf und Konzentration belasten kann, dürfte kaum überraschen.
Der Spruch „Dann bewegen Sie sich eben mehr“ allein ist allerdings nicht die Lösung. Wenn Termine eng getaktet sind, Pausen ausfallen und die Arbeitsmenge kaum Luft lässt, wird aus dem gut gemeinten Gesundheitstipp schnell eine zusätzliche Aufgabe.
Es geht nicht darum, den Betrieb zum Fitnessstudio zu machen. Oft helfen bereits kleine Veränderungen, hier einige leicht umsetzbare Vorschläge:
- Stehphasen in Besprechungen einbauen
- nach längeren Bildschirmphasen bewusst aufstehen
- Telefonate, wenn möglich, im Gehen führen
- Sitz-Steh-Arbeitsplätze sinnvoll einsetzen
- Pausen nicht nur auf dem Papier vorsehen, sondern tatsächlich ermöglichen
- auch im Homeoffice auf Ergonomie, Bewegung und Erholungszeiten achten
Ein wichtiger Ansatzpunkt ist zudem die
Gefährdungsbeurteilung. Werden langes Sitzen, einseitige Belastungen,
Bewegungsmangel und fehlende Pausen dort ausreichend berücksichtigt?
Aber Vorsicht, Gesundheitsförderung darf nicht zu Gesundheitskontrolle werden. Schrittzähler, Rankings oder Wettbewerbe können Druck erzeugen. Freiwilligkeit, Datenschutz und die Beteiligung der Beschäftigten müssen deshalb gewahrt bleiben.
Gesunde Arbeit beginnt nicht erst beim Sport nach Feierabend, sondern schon bei Arbeitsbedingungen, die Bewegung und Erholung auch während des Arbeitstages zulassen.
Übrigens, liebe Betriebsräte, genau dort ist Mitbestimmung gefragt.